Samstag, 28. Juni 2014

Der Drache spinnt in Kerken 2014

Wir waren heute bei nassem Wetter in Kerken auf dem Hilshof. 


Da wir unter einem Vordach saßen, kein Problem:


Ich habe mich so gut unterhalten, dass ich gar nicht so viel gesponnen habe: die Spule wurde nicht voll.


Es waren auch ein paar schöne Mädels da:

Ein Charakterkopf:

Es gab viele Versuchungen:


Auf einer mobilen Kardiermaschine wurde Alpaka bearbeitet:

Am Abend gab es schöne Musik:


Das war nur ein sehr kleiner Ausschnitt des Geschehens, es lohnt sich, am Sonntag wieder hinzufahren.

Dienstag, 24. Juni 2014

Color in Spinning

Ein neues gebrauchtes Buch für meine Bibliothek:


direkt aus USA. Das Buch ist von 1999 von Deb Menz.

Ich habe auch noch Videos über das Buch und von der Autorin gefunden:





Wrap and Roll ...

Die Autorin meines neuen Spinnbuches:


hat eine Idee beschrieben, wie man um eine "Seele" Core spinnen kann, ohne dass das Garn durch die Drehbewegung aus der Balance kommt: mit Hilfe einer Spindel, auf die das Core aufgewickelt ist, und die frei hängend während des Spinnens drehen kann.

Ich habe dazu tolle Videos dazu gefunden:


Und noch eines:


Da ich keine Spindel habe, ging es in den Baumarkt: ein Puppenwagenrad, ein Rundholzstab, etwas Leim und ein Schraubhaken:

Als Spindel zum Spinnen sicher nicht geeignet, sie eiert. Aber zum Garnparken gut genug. Das war das einzige reißfeste Garn bei meinen Konen. Den Rundholzstab einfach in den Akuschrauber einspannen und los gehts:

Da das Garn abrutschte beim Aufhängen, habe ich mit der Säge noch eine Ritze in die Gummibereifung gesägt.


Das Garn habe ich am unteren Ende mit einem Haargummi gesichert.



Ich bin auf die eigenen Versuche gespannt.

Montag, 23. Juni 2014

Amseltagebuch - 1

Am DI, den 17.06.2014, war ich fleißig und habe die verwelkten Blüten von meinen Geranien auf dem Balkon gezupft. Dabei entdeckte ich eine Mulde, wo im letzten Jahr eine Geranie eingegangen war. Ich hatte in Blogs gelesen, dass Vögel schon mal im Garten trocknende Rohwolle wegnehmen für den Nestbau. Also legte ich rauwolliges Pommersches Landschaf mit in den Kasten. Diese wurde jedoch igniriert. Die Mulde wurde mit welkem Gras ausgefüttert. Nun liegen heute, MO, 23.06.2014, vier Eier drin:




Ich habe mich nur deshalb auf den Balkon gewagt, weil Frau Amsel nicht im Nest war. Ich brauche meine Gießkanne für die Fensterbank. Sie kam angeflogen, bemerkte mich und zeterte vom Straßenbaum aus:


Sie hat sich erst ins Nest gewagt, als ich die Balkontür wieder geschlossen hatte und die Gardine vorgezogen. Die Geranien brauchten trotzdem erst mal Wasser.



Durch Fenster und Gardine sind die Bilder leider nicht so scharf. Das bedeutet grob, einen Monat den Balkon nicht mehr nutzen. Dort steht aber unser Gasgrill! Grummel.

Samstag, 21. Juni 2014

Conny: Einzug reduzieren

Ich hatte bei Conny festgestellt, dass der Einzug sehr, sehr stark ist. In meinem neuen Spinnbuch werden dazu 2 Tips gegeben, die einzeln oder kombiniert angewendet werden können: Faden auf dem Weg um den gegenüberliegenden Flügelarm umlenken oder den Durchmesser des Spulenkerns vergrößern. Ich habe heute Rohrisolation im Baumarkt erstanden:

Netterweise hat diese Isolation den gleichen Innendurchmesser wie der Spulenkern: 4,3 cm. Ich habe sie auf eine Länge von 23,3 cm mit dem Teppichmesser zugeschnitten. Die Längsritze ist schon da und muss nur noch ganz durchgeschnitten werden.

Dann einfach öffnen und über den Spulenkern stülpen.

Jetzt habe ich einen Spulenkerndurchmesser von 9 cm.






Dann wie gewohnt ins Spinnrad einbauen:



Gezwirnt habe ich graues Rauwolliges Pommersches Landschaf von drei Spulen der Michi (1:10).

Ich habe alle vier Übersetzungen (1:3; 1:4; 1:5 und meinen eigenen Wirtel mit 1:5,8) ausprobiert. Das Treten fand ich bei 1:3 am Einfachsten vom Kraftaufwand. Bei komplett geöffneter Bremse ist der Einzug super sanft. Ich habe einen Plastikbecher gelöchert und als Köcher für das Spinnradöl und den Einzugshaken an das Gestell gehängt.


Man kann gut erkennen, dass ich anstelle der ganz großen Haken des Hersteller, die großen Nachbestellhaken von Ashford eingebaut habe auf dem einen Flügelarm zum Zwirnen von "normalem" Garn.

Jetzt nach dem Umbau bin ich zufriedener.

Dienstag, 17. Juni 2014

Drachenvorbereitungen

Ich Hausdrache spinne ja manchmal ;-)). Ich bereite mich gerade vor für die Veranstaltung "Der Drache spinnt" auf dem Hilshof. Da freue ich mich schon lange drauf. Letztes Jahr war ich das erste Mal dort und es hat mir so gut gefallen, dass ich es gerne jedes Jahr möchte. 

Hier nun die Vorbereitungen: Auf Rudi Raffzahn habe ich bisher ja immer ziemlich bunt gemischt. Jetzt sollte es mal mehr ton in ton sein: blauviolett.

Auf dem Dachboden immer nur die Wäsche aufzuhängen, ist zu langweilig. Zusammengefunden haben sich hier verschiedene blauviolette australische Merinokammzüge, lila Angelina und eine helle Mischung aus 50/50 Polwarth mit Tussahseide vom Wollschaf.


Ich habe nach Länge und Augenmaß 12 gleiche Haufen gemacht. Jeden Haufen habe ich dann noch einmal halbiert. Ich habe den Kammzug immer nur auf die große Walze "geschlagen" und dabei langsam gekurbelt, bis die Nadeln voll waren.



Eine Walze ergibt 4 Rolags:






Ich habe bisher knapp die Hälfte. Womit ich verzwirne, ob mit Viskose, mit sich selber oder gefachtem Konengarn, entscheide ich, wenn das Garn fertig ist.

Samstag, 14. Juni 2014

Transparent macht süchtig

Ich habe zum Praxistest die gesprungene Spule gewählt. Mal sehn, was die aushält. Ich habe einen Tip bekommen, man hätte die bearbeiteten Bauteile vor dem Kleben Tempern sollen um die Spannungen abzubauen. Schon wieder klüger, wenn auch etwas zu spät. Schaut selbst, ich will nichts anderes mehr:


Nachtrag:
So sieht die Spule fast voll aus.





Freitag, 13. Juni 2014

Regenbogenjacke

Aus dem Farbverlaufsgarn in Navajo ist eine Strickjacke entstanden.



Man merkt, dass ich das Garn beim Navajozwirnen nicht locker hinbekommen habe. Es wirkt eher wie eine verstrickte Kordel. Die Jacke ist dadurch schwer und dicht geworden. Abgesetzt habe ich das selbstgesponnene Garn mit Babyalpaka in beige.






Als Verschluss habe ich Magnetverschlüsse aus dem Modeschmuckbereich verwendet, die ich an den I-Cord angenäht habe.

Angefangen habe ich mit dem umlaufenden Unterteil in vier bunten krausrechten Rippen und als Dehnungsfalte für die A-Linie zwei glattrechte Reihen in beige. Man merkt, dass die Garnstärke variiert.


Gestrickt habe ich mit Nadel 5,0 mm. Dann werden Maschen für das Vorder- bzw. Rückenteil so aufgenommen, dass die beige Falte ignoriert wird. So wird es nach oben hin enger als um die Hüfte. Hier habe ich krauslinks gestrickt. Nach dem Schließen der Schulternähte werden für den Ärmel Maschen aus dem Oberteil aufgenommen, die glattrechts abgestrickt werden. Nach dem Schließen der Ärmelnaht habe ich Bündchen in beige in der Runde angestrickt mit Nadel 4,0 mm.

Fazit: Der Farbverlauf ist schön so, aber ich verstricke wohl lieber Zweifachzwirn.

Dienstag, 10. Juni 2014

Transparente Spulen für Michi

Eine Frau auf Ravelry (isiss) hatte eine total geniale Idee: während des Spinnens sehen, wie voll die Spule ist und immer wissen, wann der Haken verschoben werden muss. Das Problem hatte ich beim Malottkte ja schon mit einem Fahrradspiegel gelöst: Spulengucker. Die Idee hat mich so begeistert, dass ich sie mit leicht veränderten Materialien auch bauen wollte.

Die neuen Spulen bestehen aus drei Bauteilen: Spulenscheibe, Zylinder und Gleitlager. Mein GöGa hat das farblose Plexiglasrohr mit einem Außendurchmesser von 5 cm und einer Wandstärke von 2 mm mit der Handsäge auf 8,6 cm lange Stücke zurechtgesägt. Dazu hat er senkrechte Linien mit dem Folienstift aufgezeichnet:






Die Sägeunebenheiten lassen sich beseitigen, indem der Zylinder auf einem Schmirgelpapier hin und her bewegt wird. 

Für die Befestigung des Leitfadens wird ein Loch (bei uns 8mm) mit einem Metallbohrer gebohrt (besser wäre mit Kühlmittel in Form von Wasserspülimischung gewesen) und an beiden Seiten mit einem kleineren Bohrer Schlitze eingebracht.



Der Zylinder sieht noch sehr staubig aus. Ein Handbad mit Wasser und weicher Flaschenbürste helfen. Die Reste vom Folienstift lassen sich mit Küchenkrepp und Desinfektionszeug abwischen. Nachdem alles gut abgetrocknet ist, wird der Zylinder oben und unten mit Klebeband (hier leicht entfernbar aus dem Verbandsbereich) abgeklebt. Dazu das Ende etwas umklappen, das läßt sich später gut fassen. Das Abkleben dient der Vorbereitung zum Kleben, damit die überquellenden Klebstoffreste mühelos entfernt werden können.


Jetzt zu den Spulenscheiben. Ich habe einen Durchmesser von 12 cm gewählt und eine Dicke von 5 mm. Das Original ist etwas kleiner mit 11,5 cm. Schaut, was Ihr im www zu kaufen findet. Die Scheiben waren im Gegensatz zur Röhre beidseitig mit Folie beklebt. Ich benötige zwei Markierungen: Bohrloch in der Mitte mit 1,2 cm (Außendurchmesser meiner bestellten Gleitlager) und auf der anderen Seite eine folienfreie Fläche zum Bekleben von 5 cm im Durchmesser für den Zylinder. Dazu habe ich die Maße auf Rechenkästchenpapier übertragen, auf Pappe aufgeklebt, ausgeschnitten und mit Folienstift auf die Scheiben übertragen:






Mit einem Skalpell habe ich die Folie auf der gedachten Innenseite der Spule eingeritzt und den Kreis von 5 cm entfernt:
Da ich noch auf die Lieferung der Gleitlager warte, haben wir die Vorrichtung zum Kleben vorbereitet: in einen beliebigen Holzklotz mit ebener Oberfläche wurde ein senkrechtes Loch gebohrt mit 1 cm Durchmesser (Innendurchmesser der Gleitlager).


Eine Stange der Lasykate wurde darin senkrecht ausgerichtet:


Zum Kleben habe ich diesen Kleber ausgewählt, er härtet unter Licht (Sonne/Leuchtstofflampe) aus. Bei Sonnenlicht geht es mit 10 min am Schnellsten. Ich habe somit zum Ausrichten der Bauteile ausreichend Zeit. Sekundenkleber hinterlässt auf Plastik gerne einen opaken Belag. Dieser Kleber stinkt leider sehr. Bitte am offenen Fenster oder im Freien Kleben und Latexhandschuhe anziehen. Der getrocknete Kleber ist blasenfrei und transparent.



Nun sind die Gleitlager angekommen. Sie haben tatsächlich einen Außendurchmesser von 12 mm. Diesmal versuchen wir unser Bohrglück mit einem anderen Bohrer, einer Wassersprühflasche und dem Bohrgestänge anstelle des Akkubohrers. Das ging viel besser:


Man sieht, dass es eine Sauerei ist, wenn gewässertes Plexi durch die Gegend geschleudert wird.

Um die Gleitlager in das Loch zu schieben, habe ich die Folie auf der Außenseite der Spule entfernt. Das Lager rutscht etwas. Also muss es angeklebt werden.


Dazu habe ich den Kleber auf der Spuleninnenseite im Kreis verteilt.

Mein Klebeausrichtungsklotz musste verändert werden, damit das Gleitlager im Untergrund verschwindet und die Spulenscheibenauflagefläche wieder eben ist:

Dazu hat mein GöGa eine Mulde in das Loch gebohrt, nachdem er die Lasykatestange entfernt hatte.


Die Markierung zur Ortsbestimmung des Zylinders habe ich verbessert, indem ich einen exakteren Kreis auf Rechenkästchenpapier aufgezeichnet und unter die zu beklebende Spulenscheibe gelegt habe. Die Mulde für das Gleitlager wurde auch hier eingedrückt. Die Folie auf der Spuleninnenseite habe ich mit dem Fingernadel noch aus dem Weg geknibbelt.


Während man die Klebstofftube auf die Spulenscheibe hält, wird sie im Kreis gedreht, so wird die Klebestelle schön rund.

Dann wird der Zylinder vorsichtig aufgesetzt. Zum Beschweren kann man eine alte Spule auflegen.


Nachdem die eine Spulenscheibe fest ist, kommt die nächste dran. Leider klebt die Folie in dem Kleber fest. Die ist nur schwer mit dem Skalpell zu entfernen und die Klebestelle sieht dann nicht mehr schön aus. Also besser: Die Folie auf der Spuleninnenseite und den Zylindern entfernen bzw. gar nicht erst aufkleben. Die Klebebandrolle auf den Zylindern hinterließ einen eigenen Kleberückstand, den ich mit Reinigungsbenzin noch entfernen musste.

Die zweite Spulenscheibe wird genauso auf den Klotz aufgelegt und mit einem Klebefaden benetzt.

Dann vorsichtig den Zylinder mit der ersten Scheibe absenken, andrücken und beschweren.


Eine der Spulen hat sich ganz seltsam verhalten: auf einmal waren da Risse im Zylinder um das Leitfadenanfangsloch und man konnte fast zusehen, wie Risse am Rand der Spulenscheibe gewachsen sind. Kann denn das Entfernen der Klebefolie so eine Auswirkung haben? Runtergefallen ist sie mir nicht!


Am nächsten Tag habe ich noch scharfe Kanten der Spulenscheiben abgeschliffen und die Klebereste des Klebebandes mit Reinigungsbenzin entfernt. Klebstoffreste des Acrylklebers bleiben dran.

So sehen die drei schönsten Spulen aus:



Hier ein Blick auf das Spinnrad mit Spule:



Die Spulen sind nicht exakt rechtwinklig und 100 % mittig, das tut der Funktion aber keinen Abbruch. Trotz des Durchmessers von 12 cm anstelle von 11,5 cm wie bei Herrn von Schwarzenstein, passen sie auf die Lasykate:



FAZIT:
Was würde ich anders machen, sollte ich noch einmal so etwas versuchen?

1. Das Mitteloch der Spulenscheibe auch von der Fachfirma schneiden lassen. 
2. Die Zylinder nicht selber sägen.
3. Den Kleber mit der anderen Nummer von der gleichen Firma ausprobieren.
4. Die Scheiben noch mehr andrücken, damit der rechte Winkel noch besser wird.
5. Auf den Zylinder und die Spuleninnenseite beim Kleben keine Folie.

So eine Quälerei von 1,5 Std pro Spule tue ich mir nicht mehr an. Ein hohes Lob auf die exakt gearbeiteten Spulen des Herstellers, auch wenn sie nicht so hübsch sind.
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