Samstag, 13. September 2014

Acid Dye - Säurefarben von Jacquard - 1. Versuch

Mein erster Versuch, mit Jacquard-Farben von spinnertundgewollt Merinokammzüge zu färben.



Dazu habe ich mir eine elektrische-multi-keramik-buffetpfanne gekauft. Mich hat fasziniert, dass die Innenwand weiß ist und somit die Farben gut zu sehen sind. Das Trägergestell kann platzsparend im Inneren bei Nichtgebrauch verstaut werden. Ich brauche nur eine Steckdose und das Gerät hat ein praktisches Thermostat. Durch den Glasdeckel hat man alles im Blick. Gut, dass ich noch ein altes Thermometer bis 100 Grad habe.

Es passen 100 Gramm Kammzug (hier Merino) in einer Lage hinein.
 
Ich hatte irgendwo gelesen, dass die Farben, wenn sie mit Säure in Form von Essig/Essigessenz/Zitronensäure angesetzt werden, irgendwann bei längerer Lagerung schimmeln. Daher habe ich zum Säuern der 100 Gramm Wolle einen Liter kaltes Leitungswasser mit 16 Gramm Zitronensäure (Pulver aus der Drogerie) verrührt.


Das ergab einen ph-Wert von ca. 3,6.



Diesen Liter habe ich auf die Wolle verteilt und die Wolle mit den Fingern eingedrückt.



Zum Anrühren der Farben habe ich eine Atemmaske und Handschuhe verwendet. Da ich noch auf meine Feinwaage warte, habe ich aus der Dose mit dem Pulver ein bis zwei Löffenspitzen in die "Pipidose" getan, mit destiliertem kalten Wasser aufgefüllt, umgerührt, den Deckel verschlossen und geschüttelt.








Mit einer Blasenspritze mit 20 ml habe ich die Farbe auf der Wolle verteilt.


 

So habe ich mehrere Farben aufgebracht.





Dann habe ich noch etwas kaltes Leitungswasser aufgefüllt und die Farbe mit den Fingerspitzen eingearbeitet.



Danach war der ph-Wert etwas gestiegen.



Nun habe ich mich mit dem Thermostat an 80/90 Grad Celsius herangetastet. Eine Stunde hat es "gebraten". Ich habe den Deckel dann doch ganz geschlossen und das Thermometer drin gelassen.



Nach ca. 1 Stunde war das Wasser fast überall klar.


Ich habe den Kammzug mit einem Löffel nur sanft beiseite geschoben. Nachdem die Wolle noch eine Stunde langsam abgekühlt ist, badete ich sie mit einem Spritzer Spüli. Leider gibt es noch weiße Stellen.


Nach dem Spülen (Wasser in der gleichen Temperatur wie die Wolle) hob ich den Kammzug mit nur einem Griff aus dem Wasser und habe ihm etliche Drehungen in der Salatschleuder gegönnt.


Nur zum Zeigen an der Garderobe:






Da es doch schnell zu tropfen anfing, ab über die Badewanne:






Nachtrag:
So sieht der Kammzug nach dem Trocknen gezupft aus:


 Mit Michi mit zwei dicken schwarzen Riemen mit 1:10 gesponnen.
















Kommentare:

  1. Ganz interessant wie es bei dir zu geht in deiner Färbeküche,schöne Farben entstehen.
    LG hannelore

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    1. Das nächste köchelt schon, das könnte süchtig machen!

      LG Ate

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  2. Hast du dir alle 40 Farben der Jaccardfarben gekauft...dann gibt es ja noch einiges zu sehen ((-:
    Mich fazinieren die unterschiedlichen Farbergebnisse der verschiedenen Säurefarben ja auch sehr und bin auf weitere Färbeergebnisse mit den jaccardfarben gespannt.
    LG Gaby

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    1. Nein, für alle 40 Farben hat das Taschengeld leider nicht gereicht. 19 Farben sind es geworden. Die Grundausstattung mit Topf, Spritzen, Dosen, ... war nicht ohne. Es macht aber viel Spaß.

      LG Ate

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  3. Deine Idee, in einer elektrischen Pfanne zu färben, finde ich großartig!
    LG
    Marlies

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    1. Ich bin so angefixt, dass jetzt schon die 4. Färbung brutzelt. Längeres Einweichen in Zitronensäurewasser hat sich auch als hilfreich erwiesen. Ich mag die kaufbaren Unikammzüge gar nicht mehr!

      LG Ate

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  4. ate, da bist du ja mal wieder wissenschaftlich an die sache herangegangen. frau doktor, die operation ist dir gut gelungen. typisch ate, habe ich gedacht.
    magste am samstag zum Worldwide Spin In Public Day 2014 nach mülheim kommen? ich kopier dir den einladungstext dunter.
    liebe grüsse
    c
    45468 Mülheim an der Ruhr, ab 9:30 mit Pavillion auf der Schloßstrasse 14

    (zwischen den Baumkübeln, Fussgängerzone / Genehmigung der Stadt liegt vor).

    Unter der Schlossstr gibt es eine Tiefgarage mit Ausgang Synagogenplatz. Das ist der kürzeste Zugang.
    Der Mülheimer Spinntreff lädt alle herzlich dazu ein.

    Zum Ausladen darf man bis 11 Uhr auf die Schlossstraße fahren entweder vom Museum aus oder von der Leineweberstr. an der WAZ vorbei links in die Schlossstr. einbiegen.


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    1. Ja, Du kennst mich da schon sehr gut! Ich bin ja doch ein Theoretiker, ehe ich mich in die Praxis stürze. ;-)
      Danke für die verlockende Einladung. Ich bin wohl in Leipzig. Schade.

      LG Ate

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