Sonntag, 21. April 2013

Lila Beutel für Michi

Von dieser Stelle ein herzliches Danke an Ulla, die mir so geduldig erklärt hat, wie die Farbe (Buchstaben und Krakeleien) auf das Foto kommt. Aus Stoffresten (in diesem lila Leopardenfell gibt es auch einen Rock!), Powertape und Schubladeneinlagefolie habe ich Beutel für die Spulen, die LasyKate und den Spinnabfall (Drecksack) gezaubert.







Zu den Maßen der Spule habe ich in Höhe und Umfang etwa 1 cm addiert. Kreise und Rechtecke werden mit passenden Schablonen, hier Untertassen, mit Kugelschreiber oder dünnem Folienstift auf die Schubladeneinlagefolie auf der glatten Seite aufgezeichnet. Ausschneiden mit einer einfachen Haushaltsschere. Schön eng, damit der Verschnitt nicht allzu groß wird.


Zuerst werden die Rechtecke an den Enden oben und unten fixiert mit Powertape. Dann von innen mit Tesa über die ganze Stoßkante und Überstand nach außen umschlagen. Jetzt von außen (Noppen immer nach außen!) nochmal Powertape über die ganze Stoßkante, Reste abschneiden.




Mit kleinen Streifen wird der Boden am Seitenstreifen fixiert von außen. Jetzt ist alles aus der Folie fertig. 

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Es fehlt der Stoffbeutel. Dazu wiederum Kreis und Rechtecke aus Stoff schneiden. Aufgepasst, hier die Nahtzugabe, einen Lockerungsaufschlag und die Länge für den Deckel samt Bandeinschlag dazurechnen. Die Formen lassen sich gut auf der linken Stoffseite mit Schneiderkreide aufzeichnen. Die Kantenlänge des Rechtecks läßt sich so errechnen: Umfang gleich Durchmesser mal PI. Bei meinem Stoff habe ich den Vorteil, dass er nicht ausfranst und deshalb die Nahtzugaben nicht mit einem Zickzackstich versäubert werden müssen.


Beim Nähen des Stoffbeutels fangen wir mit dem Schnürsenkel/der Kordel an. Er/sie wird in die Falte des Rechteckes an der langen Seite eingelegt, damit das Durchziehen hinterher nicht so mühselig ist. Oben habe ich 3 cm umgeschlagen und festgesteckt.


Das Rechteck wird derart gefaltet, dass die schöne Seite innen liegt (rechts auf rechts), damit die seitliche Naht geschlossen werden kann. Dabei wird der Umschlag mit dem Schnürsenkel NICHT mitgenäht.


Die Stecknadel des Umschlages neben der seitlichen Naht wird entfernt. Es wird ein kleiner Umschlag festgesteckt und gesteppt. Dort wird später die Kordel heraustreten und es soll lange schön aussehen. Dann wieder zurück umschlagen und feststecken wie vorher.


Jetzt wird der Umschlag abgesteppt.


Alle drei Nähte auf einen Blick:


Dem Beutel fehlt jetzt nur noch der Boden. Das ist das Kniffeligste. Um die Naht gut unter die Nähmaschine legen zu können, sind hier Stecknadeln ungeeignet. Besser ist Heften. Die Bodenfläche wird als Unterstes unter das Nähmaschinenfüßchen gelegt. Beim langsamen Nähen immer die seitliche Beutelfläche sorgfältig aus dem Nähbereich ziehen, es werden sonst Falten eingenäht.


Dann nur noch umdrehen, Plastikbeutel hinein, auf den Schnürsenkel einen Kordelstopper ziehen und einen Abschlussknoten mit doppelter Schlinge befestigen. So wird der Knoten größer.

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Bei dem "Drecksack", der seitlich an den senkrechten Holm des Spinnrades befestigt werden soll, muss als Erstes vor allem Nähen an das Rechteck am oberen Ende des "Bechers" ein breites Gummiband auf die schöne Stoffseite festgenäht werden.


Dann wird die Seitennaht BIS OBEN geschlossen und der Boden eingesetzt. Hier soll der Beutel nicht zugezogen werden. Ich wollte den oberen Umschlag mit der Maschine feststeppen, aber mir ist der Oberfaden mehrfach gerissen, auch als ich eine Ledernähnadel eingesetzt hatte. Eine andere Lösung musste her: die obere Kante habe ich mit doppelseitig klebenden Montageband belegt. Gut festdrücken.



Auf das dicke Gummiband habe ich Klettband aufgeklebt. Da es aber nicht gehalten hat, wurde es zusätzlich festgesteppt.

Nun hing der Drecksack doch etwas schlaff herunter. Was tun? Mit einer Sacknadel habe ich eine lila Kordel durchgezogen. Da sie an der innenliegenden Schubladeneinlegefolie im engen Loch "klebt", brauche ich zum Verstellen keinen Kordelstopper. Einfach noch ein Abschlussknoten. So kann ich die obere Öffnung gut regulieren.



Fazit: immer Stoffreste, Kordelstopper, Gummiband und dergleichen Schätze horten, sie werden vielleicht nach Jahren für einen kreativen Anfall benötigt.

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