Samstag, 20. Juni 2015

Löwe von Steinmaus

Auf den Ashford-inkle-loom habe ich eine neue Kette für 40 Brettchen aus Baumwollhäkelgarn der Stärke 10 aufgezogen in Schwarz und Weiß. Das Muster des Löwen von Steinmaus in Köpertechnik umfasst 36 Brettchen.

Das Band ist 4 cm breit.


Freitag, 12. Juni 2015

Frau Texel

Diese Woche wurde ich unverhofft in ein Abenteuer gestürzt. Ich durfte den Lernbauernhof Ingenhammshof im Landschaftspark Duisburg-Nord besuchen. Dieser Artikel ist den Schülerinnen und Schülern gewidmet, mit denen ich gewaschene Rohwolle mit Handkarden bearbeitet, mit selbstgebauten Handspindeln und meinem Spinnrad gesponnen habe. Wir hätten noch viel mehr Zeit zusammen benötigt, um alle Arbeitsschritte vom Schaf bis zur Wolle gemeinsam durchzuführen. Daher hier meine Bildergeschichte extra für Euch.
Angefangen hat alles mit Frau Texel im Vordergrund links.

Es war so warm, da war sie froh geschoren zu werden. Sie hat ganz toll stillgehalten.


Das war das Ergebnis. Wir sehen die Seite des Fells, die näher an ihrer Haut war.

Ich durfte mir davon die schönsten Stücke aus der Mitte des Vlieses mitnehmen. Zuhause habe ich die ganz kurzen Stücke, die zu sehr angefilzten Teile und soviel Grünzeug wie möglich entfernt. Dazu habe ich jeweils eine Handvoll über einem Kuchenrost ausgeschüttelt. Nun den Rest in den größten Wäschesack, den ich hatte, gestopft und im Garten mit Hilfe des Gartenschlauches mehrfach eingeweicht, bis das Badewasser fast durchsichtig war.

Dann habe ich den Wäschesack mit flüsigem Wollwaschmittel in der Waschmaschine im Wollhandwaschprogramm bei 20 Grad mit 1000 Schleudertouren bearbeitet. So sieht es noch feucht und endlich befreit aus:

Rechts mit der Hand im feuchten Zustand gezupft. Dabei fällt noch mal Grünzeug raus.

Alles gezupft und zum Trocknen auf dem Dachboden ausgelegt.

Anstelle der Euch bekannten Handkarden habe ich die trockene Wolle nochmals mit der Hand gezupft und mit einer Kardiermaschine kardiert, also "gekämmt". Auf der kleinen Walze bleiben die ganz kurzen Fasern hängen. Die wandern dann in den Müllsack. Die Kurbel an der großen Walze muss man langsam drehen und immer nur eine ganz dünne Schicht der kleinen Walze zuführen. Das sieht dann so aus:

An der Metallleiste entlang wird das Batt (so heißt die Wolle auf der großen Walze jetzt) mit einer Metallnadel geöffnet.

Nach dem ersten Durchgang sieht das Batt so aus:

Dann nochmal alles in dünnen Lagen in die Kardiermaschine geben. Es bleiben wiederum kurze Fasern an der kleinen Walze haften, die aussortiert werden. So sieht das Batt nach dem zweiten Durchgang aus. Die Wolle ist immer noch fettig und riecht nach Schaf, ist aber sauber.

Das Batt habe ich mit meinem Spinnrad zu einem Singlegarn versponnen im Uhrzeigersinn.

Und als Luftmaschenkette wie beim Häkeln nur mit den Fingern gegen den Uhrzeigersinn als Dreifachgarn verzwirnt. Das muss ich aber nochmal Üben, Ihr seht, es ist noch nicht gleichmäßig.

Den Zwirn habe ich auf einer Scherenhaspel aufgewickelt und an acht Stellen mit einer Acht aus Wolle abgebunden.

So sieht der Strang dann aus, wenn man ihn von der Haspel abnimmt und zusammenlegt.

Nun geht er noch einmal ins "Entspannungsbad" mit Wollwaschmittel im Waschbecken. Das macht man, damit sich die Wollfasern besser an ihre durch das Spinnen und Zwirnen neue Form gewöhnen. Täte man das nicht, strickt zum Beispiel einen Pulli und wäscht ihn dann, würde der nach dem Waschen eine andere Form annehmen und schief sein. Bei diesem Waschen und dem anschließenden Ausschütteln fallen nochmals Grashalme raus. So wird auch das restliche Wollfett entfernt.

Nach dem Trocknen kann man damit Stricken, Häkeln oder Weben.

Den Strang schenke ich Euch als Erinnerung an einen schönen Tag für Eure Projektkiste. Danke, dass Ihr mir so aufmerksam zugehört und mich so lecker bekocht habt.

Montag, 8. Juni 2015

Nahaufnahme


Ich übe ja noch die Köpertechnik mit den Brettchen. Um sich das eigene Übungsziel genauer anzusehen, kann man die gewebten Bänder von Claudia Wollny jetzt auch von Nahem genießen:



Spirale von Flinkhand

Das nächste Motiv, die Spirale, in Köpertechnik von Flinkhand habe ich gewebt. Einmal in S- und einmal in Z-Schärung.



Sonntag, 7. Juni 2015

Drache 2 von Flinkhand

Das Muster für den zweiten Drachen von Flinkhand in Köpertechnik erinnert sehr an den ersten Drachen.

Ich möchte Euch noch zeigen, wie Ihr Fäden verweben könnt. Das kann im vorletzten und auch zusätzlich im vorvorletzten Schuss passieren. Dazu könnt Ihr jeweils einen gefalteten nyloncoated Schmuckdraht verwenden. Ihr legt zuerst den normalen Schussfaden mit Schlaufe locker ein. Dazu dann den Schmuckdraht mit der Schlaufe auf der gleichen Seite:

Dann dreht Ihr die Brettchen für die nächste Reihe und legt das Schiffchen in das Fach, um den Faden aus der letzten Reihe anzuschlagen.


Der Faden wird mit Schiffchen im Fach richtig gezogen (links Schlaufe weg):


Dann nehmt Ihr das Schiffchen aus dem Fach und legt den nächsten Schuss locker mit Schlaufe ein:


Das letzte Mal alle Brettchen drehen, anschlagen und die Schlaufe wegziehen:

Nun den Faden vom Schiffchen abschneiden, in die Drahschlaufe einfädeln, den Draht an den beiden losen Enden anfassen und langsam durchziehen.

Nun kann das überstehende Ende abgeschnitten werden.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte und zweimal verwebt, braucht natürlich zweimal gefalteten Schmuckdraht, da dieser als "Schuss" im Fach liegen bleibt, bis der Endfaden zurück zum Weber vernäht wird.

Montag, 1. Juni 2015

Drache 1 von Flinkhand

Hier ist das Muster des ersten Drachen von Flinkhand in Köpertechnik zu finden.

Nachdem ich die Lilie von Arlon abgewebt hatte und mein neuer Inkle Loom einsatzbereit war, musste ich überlegen, ob ich den Rest der Kette wegwerfe oder irgendwie auf den Rahmen bekomme:


Ich habe vorne und hinten abgeschnitten. Am Ende mit dem Brettchen habe ich die vier Fäden kurz abgeknotet und die Fäden entheddert.


Als erstes habe ich den Rahmen am Tisch mit Schraubzwingen befestigt.



Um die Kette auf dem Rahmen festzubinden, fehlte mir eigentlich noch eine dritte Hand. Da musste ein Haken helfen, der den Anfang der Kette hinter dem Knoten am ersten Rundholz festhält, während ich den Rest der Kette um die übrigen Rundhölzer lege.

Dort wieder angekommen, wird der Haken ausgehängt, zwei Fäden des Endes der Kette durch den Anfang mittig durchgeführt und verknotet.


Der Knoten wird zurückgeschoben.

Auf Youtube habe ich noch eine Möglichkeit gefunden, wie der Schussfaden so aufgewickelt werden kann, dass das Schiffchen nicht so dick aufträgt: erst zur Acht gewickelt und dann quer. So kann ich damit auch anschlagen anstelle des Gewichtes vom Rolo.

Ich habe mir überlegt, ich führe die Kette so über die Rundhölzer, dass der Weg nach den Brettchen bis zum nächsten Rundholz möglichst lang ist, damit die Fäden mehr Platz für die Verdrillung der Kette haben. Den Spannungsklotz habe ich ganz nach hinten ausgelenkt, da die Kette beim Weben ja noch einläuft.


Dann habe ich wieder nach Rand- und Musterkarten getrennt.

Und die ersten Schüsse zur Musterkontrolle wieder mit Spießen gewebt.

Beim Drehen der Brettchen hat sich aber erwiesen, dass die erste senkrechte Säule im Weg war. Also habe ich die Kette gleich über das erste Rundholz und nicht um den Spannungsklotz gelegt.




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